In Dortmund werden jetzt auch AWO-Begegnungsstätten digital

06.04.2021

Die Digitalisierung erfasst alle Lebensbereiche und macht auch nicht - so zumindest der Plan - vor den AWO-Seniorenbegegnungsstätten Halt. Im Gegenteil: Die AWO möchte ihre Einrichtungen in Dortmund digital ausstatten und den Senioren*innen Hilfestellung leisten, im „Neuland“ Fuß zu fassen. Denn immer häufiger werden auch Hochbetagte mit dem Internet konfrontiert - jüngstes Beispiel ist die Terminvergabe für die Corona-Impfung. Die AWO möchte der digitalen Exklusion der Senior*innen etwas entgegensetzen.

Erfolgreich hat sich die AWO am Förderaufruf „Zugänge erhalten - Digitalisierung“ über die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW beteiligt. „Wir wollen die Menschen dauerhaft für digitale Angebote begeistern und unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten zeigen“, betont Cordula von Koenen, bei der AWO für die Verbandsarbeit zuständig. Doch schon vor Corona waren viele Menschen digital abgehängt, weil finanzielle Möglichkeiten fehlen, weil die Nutzung nicht leicht fällt oder weil sie die Möglichkeiten nicht kennen und zu nutzen wissen.

„Corona hat sehr deutlich gezeigt, dass über das Telefonieren hinaus es spannend sein kann, Online-Möglichkeiten zu nutzen, weil man dann das Enkelkind mit einem Videoanruf auch sehen kann, Geschichten und Bilderbücher vorlesen oder auch geneinsam Bilder angucken kann. Die Bereitschaft zur Online-Nutzung hat deutlich zugenommen“, weiß von Koenen.

Leihgeräte und Schulungen

Dabei gibt es noch viel mehr Nutzungsmöglichkeiten - zum Beispiel in Zeiten der Schließung von Begegnungsstätten online Bingo zu spielen oder Menschen, die nicht mehr mobil oder weiter entfernt sind, dennoch zum virtuellen Kaffeeklatsch zu treffen. Diese „Welten“ auch für Senior*innen zu erschließen und zu zeigen, welche Möglichkeiten das Internet bieten kann, darum geht es im Projekt.

„Nicht alle Senior*innen verfügen aber über die digitalen Kompetenzen und oft auch nicht über die Geräte. Einige haben ein Smartphone - können aber oft an der heutigen Kommunikation nur begrenzt teilhaben, weil sie den Umgang mit den Geräten nicht beherrschen“, ergänzt Peter Arlt. „Dem wollen wir entgegenwirken und die Begegnungsstätten digital ausstatten.“

Dazu gehört der freie Zugang zum Internet wie auch die Bereitstellung von Computern bzw. Tablets. So werden 40 Tablets zur Verfügung stehen, die bei Schulungen zum Einsatz kommen und von den Senior*innen ausgeliehen werden können, um den Umgang mit der Technik zu erproben. Am 1. April 2021 startete das Pilotprojekt und ist auf ein Jahr angelegt.

Neue digitale Angebote

„Ziel ist es, auf Dauer digitale Angebote in den Begegnungsstätten zu installieren - von digitalen Spielangeboten bis hin zu beispielsweise einem Smartphone-Spaziergang im Umfeld, wo man Blumen mit einer App bestimmt oder den Stadtteil erkundet“, berichtet Cordula von Koenen. „Wir wollen die Menschen in die Lage versetzen, an der digitalen Welt teilhaben zu können.“ In den Begegnungsstätten sollen daher auch Internetcafés entstehen, damit sich die Interessierten dort informieren und die Geräte unentgeltlich nutzen können.

„Außerdem wollen wir Menschen schulen, die den Senior*innen beim Umgang Hilfestellung leisten - als digitale Begleiter*innen“, skizziert sie weitere Aspekte des Förderprogramms. Denn den Kindern und Enkeln fehlt zumeist die Geduld, den Senior*innen den richtigen Umgang zu erklären. Außerdem schwingt mitunter die Angst der Älteren mit, sie könnten etwas kaputt machen (Stichwort: „Ich habe das Internet gelöscht“).

Gemeinsam können sie die Handhabung lernen und die Chancen erkennen und auch gemeinsam Spaß haben. Da werden vielleicht im Internet Rezepte gefunden, die man schon seit Jahren erfolglos in Kochbüchern gesucht hat, alte Weggefährten wieder entdeckt oder historische Fotos und Videos getauscht. „Ich kann das alles selber ausprobieren und Spaß haben. Der Lern-rahmen ist ein anderer - die Vermittlung erfolgt nicht durch ungeduldige Enkel, die einem das Gerät nach zehn Minuten aus der Hand nehmen („ich mach Dir das mal eben.“).

Kein Ersatz für Begegnung

Die Teilnahme am Pilotprojekt erfolgt auf Basis von Freiwilligkeit und Interesse. Zunächst sollen zehn bis fünfzehn der 44 Begegnungsstätten ausgestattet werden. Einrichtungen, die bereits über Computer und Internet verfügen, sollen von den Schulungen profitieren können. „Wir wollen die digitalen Skeptiker*innen gewinnen, sich auch langfristig zu beteiligen und weitere Menschen für digitale Angebote zu begeistern“, beschreibt von Koenen die Intention. Denn diese können das Leben leichter machen, wenn man selbst online Hilfen in Anspruch nehmen oder Termine vereinbaren kann.

„Wir werden nicht alle mit dem Angebot erreichen. Aber darum geht es auch nicht, sondern darum, vielen Menschen Lust darauf zu machen und zu vermitteln, dass da viel noch schlummert, was sie als Welten für sich entdecken können“, betont Peter Arlt. Auch sollen diese digitalen Angebote die klassischen Angebote der Begegnungsstätte nicht ersetzen. Aber sie können eine gute Ergänzung sein und Menschen, die nicht nur in Zeiten von Corona nicht mehr an Präsenzangeboten teilhaben können, dennoch die Teilhabe auf digitalem Wege ermöglichen.

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