AWO zur Frauenquote für Vorstände: Nur ein erster Schritt in die richtige Richtung

24.11.2020

Berlin, den 23.11.2020. Die Bundesregierung hat eine Frauenquote für Vorstände beschlossen, der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt spricht von einem wichtigen Meilenstein. Um Gleichstellung zu erreichen, müssten aber weit mehr Stellschrauben gedreht werden, so der Verband. Die derzeitige Pandemie mache dies überdeutlich. Dazu erklärt Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes:

„Mit Blick auf die derzeitige Postenbesetzung in Vorständen und Aufsichtsräten ist die Quote ein großer Schritt und wichtiger Etappensieg auf dem Weg in Richtung Gleichstellung. Die Quote für hochdotierte Posten wird hoffentlich dazu beitragen, wichtige Führungs- und Entscheidungspositionen paritätischer zu besetzen.“

Neben der gesetzlichen Vorgabe brauche es nun aber veränderte Rahmenbedingungen, wenn die Quote Erfolg haben solle, so Stadler: „Eine Quote ist schön und gut, wird aber ins Leere laufen, wenn die Unternehmenskulturen unangetastet bleiben. Es gilt, strukturelle Barrieren zu identifizieren und zu beseitigen: Wie ist eigentlich die Arbeit organisiert und welche impliziten Werte gibt es? Wird z.B. schief geguckt, wenn Führungskräfte ein Meeting wegen der Kinder früher verlassen? Ist die Personalabteilung in vielfaltssensibler Personalauswahl geschult?“

Zudem gelte es, sich nicht auf dem Teilerfolg auszuruhen. „Wenn wir das formulierte Ziel Gleichstellung ernst nehmen, müssen wir gesamtgesellschaftlich die Strukturen angehen, die sie behindern: zum Beispiel die schlechte Bezahlung in den vor allem von Frauen ausgeübten sozialen Berufsfeldern und die ungerechte Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit in der Familie“, erklärt Stadler, „Auch beim Thema Gleichstellung müssen wir die Frage nach Verteilungsgerechtigkeit stellen, wenn unsere Bemühungen Erfolg haben sollen: Die Situation einer Pflegehelferin mit Familienverantwortung wird ja nicht besser, wenn bei einem börsennotierten Unternehmen mehr Frauen im Vorstand sind. Geschlechtergerechtigkeit muss in allen gesellschaftlichen Schichten ankommen.“

Die Arbeiterwohlfahrt fördert Vielfalt in Führungspositionen in ihren Unternehmen und Einrichtungen. Sie hat 2018 den ersten verbandsinternen Gleichstellungsbericht veröffentlicht. Ab dem Sommer 2021 wird das Präsidium des Verbandes eine Doppelspitze haben. Der Verband strebt nachdrücklich an, mindestens 50% der haupt- und ehrenamtlichen Führungspositionen mit Frauen zu besetzen.

(Quelle: AWO-Bundesverband Pressestelle)

Weitere Nachrichten

Meldung vom 20.01.2021
Gestern haben Bund und Länder unter anderem die Maskenpflicht verschärft. Die Arbeiterwohlfahrt begrüßt den Schritt. Allerdings müsse die Maßnahme sozial gerecht gestaltet und niedrigschwelliger Zugang für besonders vulnerable Menschen garantiert werden. Armut dürfe für die Betroffenen nicht zu weiteren Abstrichen beim Gesundheitsschutz sowie beim Zugang zu wichtigen Versorgungsstrukturen führen. weiterlesen
Meldung vom 19.01.2021
Die Gleichstellung von Frau und Mann ist ein zentrales Element seit Gründung der AWO 1919 und wird durch die engagierte Arbeit des AWO Unterbezirk Dortmund in Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund z. B. im Rahmen des Internationalen Frauentages oder des Equal Pay Day dokumentiert.weiterlesen
Meldung vom 13.01.2021
Berlin, den 12.01.2020. Der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt fordert eine verständliche und umfassende Informationsstrategie zur Aufklärung impfberechtigter Personengruppen über den Corona-Impfstoff, um offene Fragen zu beantworten und Ängsten entgegenzuwirken. Dieses Vorgehen werde die Impfbereitschaft wesentlich zuverlässiger stärken als eine Impfpflichtdebatte, so der Verband.weiterlesen
Meldung vom 13.01.2021
Das neue Programmheft für das Jahr 2021 ist da! Auch in diesen besonderen Zeiten gibt es ein neues Heft für das Eugen-Krautscheid-Haus. Es ist allerdings weniger ein Programmheft als ein Informationsheft, da viele unserer regulären Angebote wie Tagesfahrten, Besichtigungen, Musikveranstaltungen oder Basare aufgrund der aktuellen Situation nicht stattfinden.weiterlesen
Meldung vom 12.01.2021
die Integrationsagentur der AWO Unterbezirk Dortmund und ADIRA, die Servicestelle für Antidiskriminierung der Jüdischen Gemeinde in Dortmund, laden Sie zur Teilnahme an einem Online-Seminar mit dem Titel „Krisenideologie Antisemitismus“ ein. weiterlesen
Meldung vom 11.01.2021
Die Seniorenwohnstätte Eving ist wieder coronafrei. Was am 13.11.2020 mit Quarantänemaßnahmen begann, nachdem sowohl Bewohner*innen als auch Mitarbeitende infiziert wurden, konnte am 05.01.2021 beendet werden: die SWS ist coronafrei.weiterlesen
Meldung vom 07.01.2021
Berlin, 04.01.2021. Im Namen des AWO Bundesverbandes begrüßt AWO-Präsident Wilhelm Schmidt zum Jahresbeginn 2021 Prof. Dr. Jens M. Schubert als neuen Vorstandsvorsitzenden. Schubert (51) ist Nachfolger des zum Jahresende 2020 in den Ruhestand verabschiedeten Wolfgang Stadler und war bereits seit Anfang August 2020 als Geschäftsführer für den AWO Bundesverband tätig. weiterlesen
Meldung vom 04.01.2021
Die AWO freut sich trotz aller aktuellen Widrigkeiten auf das neue Jahr mit Ihnen,in dem wir gemeinsam die Pandemie überwinden.Geben Sie deshalb auf sich und ihre Mitmenschen acht.Schauen Sie sich um, wer vielleicht in dieser Zeit besondere Unterstützung brauchen könnte.Bleiben Sie solidarisch, bleiben Sie zuversichtlich. weiterlesen