Corona-Krise verschärft Familienarmut

25.05.2020

AWO fordert Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche / Aktionswoche beginnt am 25. Mai

Einkommensverluste, Arbeitslosigkeit, fehlende Verpflegung in Schulen und Kitas belasten armutsgefährdete Familien enorm. Es sei zu befürchten, dass die Pandemie die Wirtschaft und damit die Familien in die Schulden treibt, so Xenja Winziger, Fachberaterin für Schuldnerberatungsstellen beim AWO Bezirksverband Westliches Westfalen. Wenn plötzlich durch Kurzarbeit bis zu 33 Prozent des Einkommens fehlen, geraten viele Familien schnell unter Druck.

Die diesjährige bundesweite Aktionswoche Schuldnerberatung beginnt am heutigen Montag, 25. Mai, und nimmt die Jüngsten in den Blick. Mit dem Slogan „Chancenlose Kinder? Gutes Aufwachsen trotz Überschuldung!“ werden die mitbetroffenen Kinder in den Fokus gerückt. Bundesweit leben 21 Prozent der Kinder dauerhaft oder wiederkehrend in Armut. Vor allem Kinder von Alleinerziehenden oder Familien mit vielen Kindern sind betroffen. Aus der Beratungspraxis weiß die Fachberaterin, dass finanzielle Hilfen vielen Eltern nicht bekannt oder Verfahren sehr bürokratisch und umständlich sind. Auch reichen staatliche Hilfen für den täglichen Bedarf der Kinder nicht aus. „Kinder haben ein Recht auf eine unbelastete Kindheit und Jugend“ fordert Winziger. „Studien belegen heute, dass sich Armut negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirkt.“

Die Fachleute gehen derzeit davon aus, dass gerade jetzt mehr Menschen in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Eng wird es, wenn bereits jeder Cent verplant ist. Sinkt das Einkommen drastisch und bleiben die Kosten wie Miete, Strom oder Versicherungen konstant, können Rechnungen schnell nicht beglichen werden. Steigt die Anspannung in den Familien und kommt bei jedem Wunsch ein Nein, spüren auch Kinder die Erwachsenensorgen.
 
Erfahrungsgemäß ist das Dilemma in den Familien groß: Betroffene holen sich vielfach erst dann Hilfe, wenn es kaum noch auszuhalten ist. Das reduziert die Regulierungsmöglichkeiten für die Menschen. Sich frühzeitig Hilfe zu holen, kann Xenja Winziger nur empfehlen. „Wir bieten etwa Budgetberatung an, um Engpässe zu überwinden und ermöglichen so bei der Haushaltsplanung den Blick von außen.“ Die AWO Schuldnerberatungsstellen bieten Unterstützung beim Umgang mit Mahnungen oder der Klärung mit Gläubigern an. Dabei wird in den Beratungen ganz vertraulich nach Lösungsmöglichkeiten geschaut.

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