"Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose" - Vortrag zum Thema 'Klassismus'

23.09.2019

Für Donnerstag, den 26. September, hat das Projekt 'Zukunft mit Herz gestalten!' den gefragten Soziologen Andreas Kemper für einen Vortrag in die Klosterstraße eingeladen. Thema ist 'Klassismus'. Das ist Diskriminierung aufgrund der (vermeintlichen) sozialen Herkunft. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und ist kostenfrei.

„Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“ – dieser Spruch sorgt immer wieder für Lacher und gute Laune. Bestimmt ist er auch nicht böse gemeint. Und trotzdem befördert er Klassismus. Warum? Weil er ein Klischee heraufbeschwört und alle Kevins in die Schublade „Unterschicht“ steckt.

Der Begriff Klassismus ist noch wenig bekannt. Er bezeichnet Diskriminierung wegen der (tatsächlichen, vermuteten oder zugeschriebenen) sozialen Herkunft oder des Bildungshintergrunds. Diese Diskriminierung kann strukturell bedingt sein, z. B. durch das Bildungssystem. Sie kann aber auch individuell ausgeübt werden.

„Die Menschen in der AWO, also in der sozialen Arbeit, aber auch alle anderen Mitglieder unserer Gesellschaft, gilt es für Klassismus zu sensibilisieren“ sagt Sigrid Pettrup. Sie ist Projektleiterin von „Zukunft mit Herz gestalten“, einem AWO-Projekt, das im Bereich der politischen Bildung aktiv ist.

Klassismus sei ein „oft unerkanntes Problem, welches Spuren in Form von riesiger sozialer Ungleichheit hinterlässt.“ Darum hat das Projektteam den Soziologen Andreas Kemper eingeladen. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem Thema Klassismus, ist selbst ein Arbeiterkind und hat das deutschlandweit erste „Referat für finanziell und strukturell benachteiligte Studierende“ gegründet. Nicht nur für das Thema Klassismus ist er ein Vorreiter im deutschsprachigen Raum.

Warum die Veranstaltungen uns also alle angeht? „Wir alle haben unseren sozialen Hintergrund und immer mit Menschen zu tun, die andere Werte, Lebensziele, Lebensstile, d.h. auch: Vorlieben, Frisuren, Wohnungseinrichtungen und Kleidungsstile haben“ so Pettrup. „Aber wer geht hier eigentlich wie selbstbewusst mit wem um? Wie sieht die mediale Inszenierung unserer kulturell vielfältigen Gesellschaft aus? Welche Rolle spielen Vorurteile und Klischees dabei?“ Womit wir wieder bei Kevin wären...

Vortrag zu „Klassismus“ / AWO Unterbezirk Dortmund, Projekt „Zukunft mit Herz gestalten!“ / Klosterstraße 8-10, Haltestelle Reinoldikirche / Donnerstag, 26. September, 19.00 Uhr / Eintritt frei

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